Am 18. Oktober 2011 tagte auf Einladung des Arbeitgeberverbandes der deutschen Binnenschiffahrt e.V. (AdB) der Ausbilderzirkel des 242. Schiffsjungen- und -mädchenkurses an Bord des Schulschiffs RHEIN. Gleichzeitig lud der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt e.V. (BDB) zu einer Informationsveranstaltung "Personalwerbung in der Binnenschiffffahrt" ein. Der Einladung folgten mehr als 70 Gäste. In seiner Begrüßung stellte Schulschiff-Kapitän Lothar Barth kurz die Historie des Schulschiffs RHEIN vor.
"Die Binnenschifffahrt bietet aufgrund der Altersstruktur der Beschäftigten sehr gute Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven für junge Menschen, die Interesse an vielfältigen Aufgaben und moderner Technik haben und Teamgeist mitbringen," sagte AdB-Präsident Volker Seefeldt zur Eröffnung der im Rahmen des EU-Projekts PLATINA durchgeführten Veranstaltung mit Blick auf die Herausforderungen des demographischen Wandels. Seefeldt rief das Gewerbe zu einem verstärkten Engagement zur Bewältigung des zukünftigen Fachkräftebedarfs auf. Als Hilfestellung für die Ausbildungsbetriebe haben BDB und AdB mit Projektpartnern aus sieben Nationen eine Personalrekrutierungsstrategie für die europäische Binnenschifffahrt erarbeitet. Unterstützung erhielten die Verbände von einem Expertenkonsortium unter der Federführung des beim Bundesverkehrsministeriums angesiedelten Short-SeaShipping Inland Waterway Promotion Centers (SPC).
Reinhard Pfeiffer, Inhaber der 3F Kommunikationsagentur, zeigte auf, dass einfache Kommunikationswege, wie z.B. die Darstellung der Ausbildungsaktivitäten und Entwicklungsperspektiven innerhalb eines Unternehmens auf der firmeneigenen Website bisher nur unzureichend genutzt werden. Regionale Kooperation mit Schulen oder die Nutzung sozialer Medien spielen bisher ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle. Etwa die Hälfte aller Schiffsjungen und -mädchen findet ihren Einstieg in die Schifffahrt über ein Praktikum. Daher sei der Sektor aufgefordert, zukünftig noch mehr Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten, um den Bedarf an Nachwuchskräften zu sichern.
Der Arbeitgebermarketingexperte Dieter Sicking aus Bremen erläuterte, dass die Verschiebung von Angebot und Nachfrage zu einem Rollentausch in der Personalwerbung führen wird. Zunehmend müssten sich Unternehmen bei ihren Zielgruppen bewerben. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sei eine marketingorientierte Personalarbeit sowie eine Positionierung als attraktiver Arbeitgeber auf dem Ausbildungsmarkt erforderlich.
Diese Ergebnisse basieren auf einer erstmaligen europaweiten Befragung von Auszubildenden über ihre Berufswahl sowie Personalentscheidern über ihre Erwartungen an den zukünftigen Personalbedarf, die Christian Betchen, Projektmanager beim SPC, vorstellte. Die Auszubildenden sehen in der besseren Darstellung der Aufstiegschancen, einem intensiven Berufsmarketing sowie in dem Hinweis auf gute Verdienstmöglichkeiten geeignete Maßnahmen, den Beruf des Binnenschiffers in der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen. Ähnlich sahen dies die Unternehmensvertreter, die sich grundsätzlich mehr Informationen über die Bedeutung der Binnenschifffahrt, aber auch eine stärkere Berufsberatung an den Schulen wünschen. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet in den kommenden fünf Jahren einen erhöhten Personalbedarf bei den Auszubildenden. Hauptzielgruppe der Unternehmen für eine zukünftige Personalbeschaffung sind Schulabgänger und Quereinsteiger aus verwandten Branchen.
Ferner wurde die von der Fachzeitschrift "VerkehrsRundschau" ins Leben gerufene Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft" durch Redakteurin Annika Binder vorgestellt. Die Online-Plattform www.hallo-zukunft.info bietet zahlreiche Informationen über die Berufe der Logistikbranche. Zurzeit bloggt eine Auszubildende zur Binnenschifferin im "Online-Tagebuch" wöchentlich über ihren Ausbildungsalltag.






31.12.2012 Artikel von Erwin Spitzer, BDB-Gefahrgut-experte, zur ADN 2013
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